Ludgerusweg

Die unaufdringlichen Berge des Münsterlandes, südwestlich von Münster, sind wanderbar von den umgebenden Ortschaften Schapdetten, Nottuln, Havixbeck, Billerbeck mit Kloster Gerleve, Coesfeld. Der Schöppinger Rücken – mit Schöppingen und Horstmar – ist ein weiterer separater Teil der Baumberge etwas nördlicher. Der Mount Everest der Baumberge ist der fast 189 Meter hohe Westerberg mit dem berühmten Longinusturm.

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Irgendwie komplettiert ein ganz besonderes Ziel die Reisesehnsüchte des Nordamerikareisenden, auch wenn er schon viel in den Weiten der kanadischen Provinzen oder den amerikanischen Rockies unterwegs war: Es sind die gigantischen Fälle des Niagara, der zwei der großen Seen – Erie- und Ontariosee – unüberwindbar verbindet, gleichzeitig trennt. Natürlich löste der Mensch jede Trennung: Westlich der Fälle fahren die Schiffe von hier nach dort durch den schleusenreichen Wellandkanal. Der Magnet aber ist das Unfassbare: der nie endende Sturz der weiß-blitzenden Wassermengen, die in undefinierbaren Tonlagen über eine fast 700 Meter breite Kante bald 60 Meter tief krachen. Der Anblick ist ein Faszinosum, das nicht erklärt, warum es ein Faszinosum ist. Seit etwa 1800 kommen wir ehrlichen Gucker als Touristen, heute sind es Hunderttausende pro Jahr, gebremst nun aktuell in Corona-Zeiten im Überschreiten der Brücken, die zwei Staaten verbinden: Rainbow Bridge und Peace Bridge.

Die Amerikanischen Niagarafälle

Am Fuße der Kanadischen Hufeisen-Fälle

 

Blick über den Algonquin Provincial Park

Das Ensemble der gezackten Blätter färbt dunkelrot zum Finale. Das leuchtende Blau des Himmels steht über uns, der weite Wald parfümiert die Luft: wir atmen den Herbst. Die Wölfe heulen. Es herrscht große Lebendigkeit in der Tier- und Pflanzenwelt im Algonquin Provincial Park. Ab November schützt die große weiße Decke den beliebten kanadischen Park, der dann überwiegend für Monate unzugänglich bleiben wird. Der Wind wird rasen zwischen den Bäumen, die Oberflächen des Schnees verharschen. -40 Grad Celsius, so wird es wieder werden. Der Atmen wird stocken. – Aber noch bleibt ein freundlicher Herbst mit unterschiedlich langen Wanderetappen. Vom überragenden Felsgestein geht der Fernblick über Nadel- und Laubwälder nach Alaska und Sibirien.

See im Algonquin Provincial Park am führen Herbstmorgen

Das Gebiet des Algonquin Provincial Park wurde 1893 in diesen naturschützenden Status gebracht und ist heute ein beliebtes Ziel für Naturfreunde, die dort hervorragende Campgrounds finden, von denen sich Wanderungen unterschiedlicher Längen unternehmen lassen. Die Hauptreisezeit in den Park sind die Sommermonate, einen besonderen Reiz hat der Herbst mit den Farbwechsel der Blätter unterschiedlichster Bäume, besonders aber des Zucker-Ahorns. Eine großartige Tierwelt ist zu beobachten: Elche, Schwarzbären, Wölfe, Biber und viele andere. Der Algonquin Park wurde benannt nach den frühesten Einwohnern dieser Region: heute leben etwa 8.000 Algonquin in zehn unterschiedlichen Stämmen im kanadischen Staatsgebiet.  

Deät Lun, Nuurdsee

Helgoland – die Hochseeinsel der Nordsee

Ein gutes Gefühl, die Welt bleibt zurück für 33, 34, 35 Seemeilen. Die See ist glatt, fast glatt, das Schiff zieht ruhig in Richtung Neuland. Links liegt Neuwerk, links liegt Scharhörn, südlich die Last –  leicht, schwer, kaum. Die frühe Sonne betört den blauschwarzen Grund: kleine weiße, gelbe, silberne Wellen tanzen vor überraschten Augen. So könnte es weitergehen – ohne je einen Landgang. Der dann aber kommt am 19. September 2020: Die „MS Helgoland“ legt an. Sie laufen hinaus, die Menschen, auf hoch bis 60 Meter. Manche wählen den Aufzug, den gibt es Richtung Himmel. Alle eilen über dieses Inselchen von einem Quadratkilomter hin zur roten Königin Helgolands, der „Langen Anna“. Es hofieren Lummen, Basstölpel, Dreizehnermöven. Ihr Blick aber folgt dem Streben des Meeres in die Unendlichkeit.

Helgoländer Becken

 

Ein Tag in Cuxhaven im September 2020

Duhnen – 12. September 2020

Cuxhaven ist keine kleine Stadt. 50.000 Cuxhavener teilen sich die vielen Häuser hinter dem Deich. Sie ist die nördlichste Stadt Niedersachsens. Insel Neuwerk ist Hamburg, Helgoland Schleswig-Holstein. Von der Alten Liebe bis nach Sahlenburg: ein unendlicher Strand zieht entlang des Wattenmeeres, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wer hier läuft, weiss, warum. Der Blick fliegt über das unendliche Watt, auf die weißen Kronen der Flut, die im Sand verschwinden. Wolken stürzen, formen sich zu einem graubraunen Teppich. Die Strahlen der Sonne, weiss und gelb, vertreiben sehr plötzlich diese Kulisse der Schwere. Ein hellblaues Firmament gibt freie Sicht auf Amerika, zumindest bis Hamburg auf Neuwerk. Der lange Gang nun an einem Septembertag 2020: der läßt eine Alte Welt zurück, wandert frohen Mutes in die Neue Welt.

Über den Deich in die Neue Welt

Weit und einsam: kaum zu glauben in dem populären Nordseeheilbad

 

Nicht weit von der niederländischen Universitätsstadt Enschede, der westmünsterländischen Stadt Gronau und der niedersächsischen Grenzstadt Nordhorn sind zwei große und einzigartige Baumwelten in der niederländischen Region Twente zu erreichen: Arboretum Poort Bulten in De Lutte und Arborteum Singraven bei Denekamp. Etwa seit dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden diese Aboreten initiiert (Poort Bulten von Textilfabrikantenehepaar Geldermann aus Oldenzaal), gestaltet mit Anpflanzungen aus aller Welt von dem Gartenarchitekt Leonard A. Springer. Über 100 Jahre später gehen wir nun durch Oasen der Natur und erfreuen uns an dem friedlichen Rauschen der Bäume aus dem Kaukasus, Korea, China. Japan, Süd-und Nordamerika, und vielleicht sehen wir am Anfang unseres Rundgangs den Baum vor lauter Bäumen nicht? Aus den Tausenden in Poort Bulten überragt einer alle: der kalifornische Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum)! Beide Baumparks habe ihre besonderen Reize. Arboretum Singraven ist gestaltet an dem schönen Dinkel-Flüsschen. Beide Parks liegen nicht weit voneinander, beide haben Restauration. Poort Bulten ist eintrittsfrei, Arborteum Singraven  ist eintrittspflichtig. Die Parks und nähere Umgebungen hier in unserem Nachbarland würden das Versprechen eines schönen Ausflugstages halten! Zwei schöne Ziele für Natur- und besonders Baumfreunde!

Landgut Singraven, Molendijk 37, 7591 PT Denekamp / Niederlande

Arboretum Poort Bulten, Losserstraat 68, 7587 PZ de Lutte / Niederlande

Gemütliche Restauration am Arboretum Singraven

Arboretum Singraven, Denekamp

Kalifornischer Mammutbaum, Poort Bulten

Poort Bulten

Perückenstrauch, Poort Bulten

Blick aus dem Arboretum Singraven über die Dinkel

Fragen

Tief unterhalb des Hephaisteion, auf der nordwestlichen Agora, gab es einen kleinen Flecken der Fragen und des Ahnens. Frauen kamen, und Männer kamen. Sie gingen dieser Beschäftigung nach: sie tauschten Gedanken. Täglich trat auch er still hinzu, hörte. Bald stellte er eine Frage. Wieder stellte er eine Frage. Wahrheit? Ewigkeit? Intuition? Daimonion und Seele? So diskutierten sie unter dem flirrenden Licht der hellen athenischen Sonne.

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Mersche war – wer weiß es – die Schwester des Großbauern in der Bauernschaft Tilbeck am Fuße der Baumberge des Münsterlandes. Maria hieß sie, vielleicht deshalb Mersche gerufen, oder: sie war ja vom Meierhof, deshalb „Mersche“ („Meiersche“). Ein einprägsamer, ungewöhnlicher, einzigartiger Name. Sie bewohnte zwei Stuben auf dem stattlichen Hofe, ein kleines Vorzimmer, eine größere Schlafstube. Im Winter setzte sich der Frost auf ihr Oberbett, kleine Eisplättchen in den kalten Nächten. Die Mäuse tummelten unter ihrem Bett im Sommer. Sie war die Seele des Hofes, nähte, strickte, flickte, kochte und backte die schmackhaftesten Pfannekuchen der Baumberge. Die Verpflichtungen für den Hof ließ sie unverheiratet. Natürlich, in einer Bauerschaft kennt jeder jeden, und jeder wußte, daß sie allen Durchziehenden mit Speisen und  guten Worten zur Seite stand. Sie war für das Wohle aller. Tante Mersche, das war sie für die vielen Kinder der Bauern und Kötter, denen sie die schönsten Geschichten erzählte. Das Gute, das war ihre Maxime. Weniger als dreihundert Jahre zuvor verkündete hier Luidger in den Baumbergen das junge Christentum. Der friedliche Mann wurde ihr Vorbild. So die vermutete kurze Biographie einer Frau des Münsterlandes bis hin zu ihrem Todestag im April 1164. Da geschah dieses:

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Das dritte Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts. Der geschlagene Mann auf dem Rückweg von einer langen Pilgertour. Ein kleiner Holzverschlag: da streckte er sich nieder. Die Sonne schien warm, ein wunderschöner Augusthimmel über der Lombardei. Die Kräfte hatten ihn verlassen, die Mattigkeit verzehrte. Wald in der Nähe, das Gras grün und gelb, der Ackerboden stark und unbestellt. Der geistige Sohn des Franziskus vor dem Tag des Transitus. Die Pusteln der Pest nahmen Gesicht und Körper. Da läge nun einer dem Hungertode geweiht – wußte es wer? Der alte Hofhund des alten Gutes, das Verschonung in schlimmsten Zeiten hatte, war nun der Einzige, der dem gebrochenen Pestmann zur Hilfe lief. Er leckte die Wunden, leckte die Beulen. Bleib! Rief der Ermattete. Bleib hier in dieser Todesstunde, begleite meine letzten Gebete! Jedoch, der alte Hund lief fort mit lechzender Zunge, so schnell, wie nie zuvor. Schwarzes Brot aus der Kammer, die Schnauze konnte es kaum umfassen: das brachte er dem Elenden, der im Gebete verweilte. Großer Gott, guter Hund, ich danke dir! –  Dieser Hund pflegte ihn bis zur Genesung. So brach er auf in den den letzten Augusttagen im Jahre 1322 nach Montpellier. Den Pustelmann kannten sie in seiner Heimatstadt nicht wieder. 1379 starb der hl. Rochus von Montpellier, Schutzpatron der Pesterkrankten und der Haustiere.  – Im Münsterland ist eine Statue des hl. Rochuns von Montpellier in der Kirche St. Martin in Sendenhorst. Ein Hund steht an seiner Seite. Ein heiliger Hund – ebenso!

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Auf 2020!

Neuer Aufbruch: wir brechen gerne auf, starten mit neuer Dynamik, gehen mit neuen Hoffnungen. Wie schnell die Zeit vergeht. So formulieren wir, so empfinden wir.
Einmal drehen wir den Kopf noch zurück: wieder war die Weihnachtszeit ein schöne Zeit.

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Das neue Jahr 2020 über dem Aasee in Münster

Anne Frank dichtet:

Vorüber ist die stille Zeit,
der Alltag hat uns wieder.
Kein Glockengeläut zum Abend mehr.
Verklungen die Weihnachtslieder.

Schön war’s,
Erbauung überall.

Christvesper, Weihnachtsgottesdienst,
es klang manch froher Schall.

Trompeten im Orchester klingen,
die Orgel jauchzet froh.

Weihnachtszeit, herrliche Zeit,
wir lieben dich so.

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Ein Nebeltag: das war der 31.12.2019 in der Bauerschaft Schonebeck bei Münster